Bruder Lukas

Sehnsucht nach Gott

Karriere, Geld und immer Vollgas geben, so sah das Leben von Lukas Boving vor acht Jahren aus, als er noch in der Werbung arbeitete. Doch auch die Aussicht auf immer größere Projekte und aufwendigere Filmdrehs im Ausland konnten die Sehnsucht nicht stillen, die er in sich spürte. Er machte sich auf die Suche, erinnerte sich an seine Kindheit im katholisch geprägten Rheinland, seine Zeit bei den Messdienern und in der kirchlichen Jugendarbeit und merkte, dass er den Wunsch verspürte, seine Beziehung zu Gott wieder neu aufzubauen. „Ich war auf Wallfahrten, ging auf Pilgertour und merkte, ja da bringt mich alles ein bisschen mehr zu Christus, aber das Beten habe ich nicht mehr so gekonnt, wie ich es vielleicht als Jugendlicher gepflegt habe“, erinnert sich Bruder Lukas.

Wo das Herz ruhig wird

Eine Suchmaschine wies Lukas Boving den Weg ins Kloster Nütschau: Als er die Anfrage „beten lernen“ eingab, erschien als dritter Treffer die Gebetsschule im Kloster Nütschau. Er meldete sich zu einem dreitägigen Schweigeseminar im Kloster an. „In diesen drei Tagen ist etwas in mir passiert, ich merkte, dass vielleicht hier der Ort sein könnte, an dem ich meine Sehnsucht stillen kann, wo mein Herz ruhig wird“, so Bruder Lukas. Danach ging es schnell. Er führt Gespräche mit den Mitbrüdern und dem Prior und tritt ein Dreivierteljahr später ins Kloster ein. Vor zwei Jahren legte er seine feierlichen Gelübde ab und studiert zurzeit Theologie auf dem Weg zum Priestertum. „Das heißt, ich habe mich an Christus und die Gemeinschaft auf Lebenszeit gebunden und darüber hinaus auf die Ewigkeit hinweg.“

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Leuchtturm des Glaubens

Ins Kloster Nütschau kommen Menschen jeden Alters und jeder Religionszugehörigkeit, allein oder in Gruppen, um ihren Glauben (neu) zu entdecken. So kamen beim JuSt.Be-Festival im vergangenen Herbst 150 Jugendliche aus der Hamburger Diaspora, die in Nütschau mit der Klostergemeinschaft gemeinsam beteten und ihren Glauben feierten. „Das war eine große Motivation für den Konvent und auch für mich. Wir haben gemeinsam eine große Openair-Messe gefeiert und es war ein wunderbares Erlebnis in Gemeinschaft mit vielen Jugendlichen zu beten“. Bruder Lukas ist sich sicher, dass das Kloster Nütschau auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe als „Leuchtturm des Glaubens“ haben wird. „Wir leben das Modell „pray to stay“: Die Menschen kommen zu uns, um mit uns im Kloster zu leben in unserem Rhythmus von ora et labora. Wir müssen in der Zukunft gut gerüstet sein, um den Menschen Antworten auf die Fragen zu geben, die sie umtreiben, um die Sehnsüchte zu erfüllen, die sie antreiben zu uns zu kommen.“

Ein Platz zum Auftanken

Bruder Lukas zieht seine Motivation daraus, dass er täglich etwas Gutes tun kann, indem er den Gästen des Klosters einen Platz bereitet, an dem sie auftanken können. Und auch für seine eigene Spiritualität hat er im Kloster Nütschau den Platz gefunden, an dem er im Gebet seine Gottsuche verfolgen kann. Leicht ist das nicht immer: „Den Spagat hinzubekommen zwischen Arbeit, Gebetszeiten und meiner eigenen Spiritualität, das ist immer wieder eine neue Herausforderung.“

Leitmotiv

Die Regel des Heiligen Benedikt: „Höre mein Sohn auf die Weisung des Meisters.“

Dieses Hören ist für Bruder Lukas zum Programm geworden: „Hören auf das, was gerade dran ist, hören auf das, was die Mitbürger oder die Gäste von mir gerade brauchen, hören auf das was Gott von mir erwartet.“