Felix Evers

„Schön, dass Du da bist!“

Kraft geben Pfarrer Felix Evers Rückmeldungen wie diese, oder auch, wenn seine Predigt gefällt, seine Anregungen den Menschen guttun. Und das tägliche Gebet. Im Gebet versucht er, mit Gott so zu sprechen wie mit einem guten Freund, und diese Freundschaft mit Gott trägt ihn durch jeden Tag. Teresa von Ávila ist für ihn der größte Impuls aus der Kirchengeschichte: „Dass Gott mich begleitet wie ein guter Freund, und dass ich mir seine Liebe nicht verdienen muss, sondern dass er immer da ist.“

→ Weitere Videos: BerufungserlebnisZweifelLeitwortHoffnungTagesablaufSchwerpunktthemenZukunft

Lehrer oder Priester?

Kurz vor dem Abitur brachte der Heimatpfarrer Eberhard Guttmann ihm den Priesterberuf nahe. Dass sein großes Vorbild glaubte, dieser Beruf sei etwas für ihn, hat Felix Evers enorm überzeugt. Und so sagte er 1987 100%ig Ja zum Studium. Dass er Priester wurde, und nicht Lehrer, hat sich während des Studiums ergeben: „In der einzelnen Wegerfahrung, dass Gott mich begleitet, und dass ich Vorbilder gefunden, vor allem alte Priester erlebt habe, die sagten: ‚Das ist der schönste Beruf, den es gibt!‘“

„Gott ist Liebe“ (Vers aus dem 1. Johannesbrief)

Die eigene Berufung immer wieder erneuern

Gott ist die Liebe – das ist das Leitwort seiner Berufung geworden. „Weil ich tief und fest daran glaube, dass, wenn es einen Gott gibt, er besser sein muss als der beste Mensch, den ich kenne.“ Die eigene Berufung stellt sich jeden Tag neu ein, davon ist Felix Evers fest überzeugt. Für ihn ist es eine lebenslange Aufgabe, jeden Tag ein neues Ja zu finden.

„Manchmal verdammt schwer, mit Leid umzugehen“

Wenn ihm nahestehende Menschen aus der Gemeinde sterben, „dann bin ich manchmal zu dicht dran, weil ich sie sehr lieb gewonnen habe“, beschreibt Felix Evers das Herausfordernde bei seiner Arbeit. Auch persönliche Leiderfahrungen, wie zuletzt der Tod seiner 13-jähigen Nichte, treffen ihn sehr, „heben mich aus den Angeln“.

„Erfülle ich die Erwartung, die Gott an mich hat?“

Nicht genügend den Menschen mitgeben zu können, auch, am falschen Ort zu sein und den Menschen nicht gerecht werden zu können – diese Sorgen treiben Felix Evers um. Nicht zuletzt, weil er „eine Riesenfläche beackern darf“: Der halbe Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehört zu seiner Pfarrei. Möglichst schnell z.B. eine Krankensalbung spenden zu können, ist bei diesen Distanzen oft eine Herausforderung.

Der Priesterberuf – ein Blick in die Zukunft

Pfarrer Evers merkt an sich selbst, dass er zu einem großen Teil Manager geworden ist – und dass das weder ihm guttut noch den Menschen. Und er ist überzeugt: „Gott ist das auch nicht so recht.“ Weltweit aber „lebt der Priesterberuf aus der Beziehung zu Gott und aus der spirituellen Dimension“. Um den Menschen wirklich vermitteln zu können, was Priester bedeutet, ist es für ihn wichtig, „da gut hinzuschauen, wie wir wieder zurückfinden zur spirituellen, geistlichen Erfahrung eines Priesters.“

Ein Wunsch, eine Hoffnung

Für ihn ist klar, dass es mit Blick auf die Zukunft darum geht: „Wie wir das schaffen – gemeinsam –, doch als Kirche den Menschen vor Ort zu begegnen.“ Die Frage ist: „Wie schaffen wir es, den Menschen zu zeigen, dass wir für sie da sind?“ Sein Wunsch ist es, da mitzuhelfen, seine Hoffnung, „dass wir das hinbekommen“.

Freizeit: am Wasser!

Alle Mitglieder seiner Familie stammen von der Insel Fehmarn, daher ist Wasser auch für Felix Evers immer das Element gewesen, „um frische Luft in den Kopf zu kriegen“. Bei den bisherigen Stationen – z.B. Ratzeburg oder Rostock – war es immer die Ostsee, derzeit ist es vor allem der Tolensesee. Er nennt das Lied „Frische Luft“ von Wincent Weiss. „Das ist genau meine Erfahrung: am Wasser, frische Luft, Kopf frei – und dann geht’s wieder besser.“